Meinungsfrei?

Zumindest aus Bayern sieht der angebliche Kulturkampf zwischen dem christlichen Westen mit der gr0ßen Meinungsfreiheit und den Muslimen, die ihre Religion durch die Karikaturen verhöhnt sehen, schon ein wenig anders aus. Auch in Italien gibt es beispielsweise ein kleine, erhellende Episode. Hier wurde Anfang Januar – vor dem Konflikt mit den Karikaturen – ein Muslim in Aquila wegen Verunglimpfung des Christentums zu acht Monaten Haft verurteilt. Seine Mutter war 2003 in ein Krankenhaus gekommen, der Mann verlangte, dass man das Kruzifix aus dem Zimmer entferne. Das Krankenhauspersonal machte dies nicht, der erzürnte Muslimführer warf es daraufhin aus dem Fenster.

telepolis
Okay, hier werden zwar nicht gleich Botschaften belagert und Fahnen angezündet, offensichtlich sieht’s mit der Meinungsfreiheit aber auch nicht so frei aus, wie man als unbedarfter Bürger denkt.

Schulhofsdeutschdebatte

Auch Sozialdemokraten spielen das Spiel mit: So zitierte die „Hürriyet“ die türkischstämmige SPD-Abgeordnete Lale Akgün, die sogar erkennen will, dass es in Deutschland „eine Abneigung gegenüber der türkischen, russischen und arabischen Sprache“ gebe.

Spiegel Online
Dem schließe ich mich sogar an. Wahrscheinlich bin ich jetzt ein intoleranter Rassist, wenn ich sage, dass ich es nicht wirklich gut finde, wenn ich z.B. in den öffentlichen Verkehrsmitteln sitze und sich überall im Bus oder der Bahn Leute lautstark in Sprachen unterhalten, die ich nicht verstehe; ich mache das in anderen Ländern nämlich auch nicht…

Islam vs. Pressefreiheit 1:0

„Wenn das so weiter geht (die Veröffentlichung der Karikaturen, d. Red.), dann wird das gefährliche Folgen haben und die Gefühle sowohl in der islamischen Welt als auch bei den Muslimen in Europa aufheizen.“

Spiegel Online
Heute habe ich Rind gegessen. Hoffentlich habe ich damit nicht ein paar hundert Millionen Inder beleidigt…
Update: Und schließlich zeigt man ja auch den verlangten Respekt vor anderen Religionen.

Dunkles Kapital

Kurz vor Weihnachten bringen zwei Harvard-Professoren 3.100 Milliarden Dollar an Auslandsvermögen ans Licht und erklären das US-Leistungsbilanzdefizit zum Märchen. Die Wall Street ist begeistert von „Dark Matter“

telepolis
Interessant, also kommt der große Crash nicht, weil die Statistiker lauter immaterielle Werte der USA nicht sehen, die aber selbstverständlich vorhanden sind…

Raub, Mord, Filesharing

Geht es nach dem Kulturstaatsminister (Bernd Neumann, CDU), könnten Tauschbörsen-Nutzer künftig auch bei nicht-gewerblichem Vorgehen bis zu drei Jahre hinter Gitter wandern.

heise newsticker
Gut, dass ich frühzeitig in USB Festplatten investiert habe. Da ist die Latenz zwar höher als beim Filesharing, die mögliche Bandbreite wächst mit USB-Festplatten im Wagen aber mehr als die Latenz.

Zur Information

Für alle, die die Dienste wahrnehmen, die auf diesem Webserver angeboten werden (z.B. das Abi-Forum) gilt: diese Seite wird jetzt auch verschlüsselt angeboten. Die SSL-gesicherte URL für mein Weblog ist https://ssl.reauktion.de/flugphase/. Da ich keine Gelegenheit hatte, mir ein verifiziertes Zertifikat zu besorgen, wird jedoch gewart, dass ihr der Zertifizierungsstelle nicht vertraut.

Der Fall Osthoff(s)

Osthoff: Dass ich mich da bereichere, denn ich habe von Deutschland, jetzt erwähne ich das mal schnell, von Deutschland habe ich dafür keine müde Mark dafür bekommen. Es sind 15.000 Euro für ein Kulturprojekt zur Verfügung gestellt worden. Ich hatte knallharte Auflagen, die haben mich unter Druck gesetzt, zwei Mitarbeiter noch, der Herr Erbel, der Botschafter ist davon auszunehmen. Ich wurde noch kurz vorher darauf hingewiesen, dass ich im Januar, wenn ich das Projekt, das Budget geht bis Ende des Jahres 2005. Wenn ich das nicht bis Ende Januar alles ausgegeben ist, also mit jedem Beleg und sie möchten das nicht gehört haben, dass ich davon einen Pfennig nehme, das muss klar sein, das wusste ich natürlich, weil ich brauche das Geld nicht von Deutschland, ich habe selber das Projekt finanziert.

heute.de
Frau Osthoff ist geistig offensichtlich verwirrt. An anderer Stelle (Link) las ich, dass ihr Bruder in Sicherzeitsgewahrsam genommen worden ist, weil er bei einem Interview ein blutbeschmiertes Messer zog. Dazu die Berichte, dass Frau Osthoff seit dem Vorfall nicht mit ihrer Famile gesprochen hat… sehr merkwürdig!

Mal wieder: nichts zu verbergen

Österreichischen Bürgerrechtlern ist es gelungen, mittels einer billigen Satelliten-TV-Ausrüstung die Signale einer Überwachungskamera der Wiener Polizei mitzuschneiden. Wie zwei Vertreter des Datenschutzvereins Quintessenz auf dem 22. Chaos Communication Congress (22C3) in Berlin erklärten, schwenkten die Beamten bei einem der am Wiener Schwedenplatz aufgezeichneten Filme von einem Fenster der benachbarten Häuser zum nächsten und zoomten ganz dicht ran. Man hätte recht genau beobachten können, „was sich hinter den Gardinen abspielt“, so Martin Slunksy, einer der beiden Aktivisten; ein Zusammenhang mit Strafverfolgung sei für sie nicht ersichtlich gewesen.

heise newsticker
Ich würde sagen: ein Rückschlag für die „Ich habe doch nichts zu verbergen“-Fraktion: offensichtlich sind diejenigen, die diese Kameras steuern, weit neugieriger, als sie sein sollten. Und das ist auch ein Grund, warum man solcherlei Überwachung mit Vorsicht genießen sollte: weil (normalerweise) niemand die Überwacher überwacht, diese also Narrenfreiheit besitzen.

Reality – Carrier lost

Es hat mich erwischt! Nachdem man mir einen Link auf einen 14-Tage-Test zu EVE Online gab, habe ich’s dann auch mal ausprobiert – und bin drin hängengeblieben.

Auf die Schnelle beschrieben ist EVE die MMORPG-Umsetzung des Spiele-Klassikers Elite verbunden mit den Ideen der X-Reihe.

EVE hat seine Stärken da, wo die beiden vorgenannten Titel prinzipbedingt Schwächen haben und umgekehrt. Da EVE Online gespielt wird und nur „ein Server“ (ein Servercluster, aber dieser für alle Spieler, nicht wie bei anderen MMORPGs getrennte Server) bietet, tummeln sich alle Spieler in der gleichen Welt, eine Vorraussetzung für einen echten (nicht simulierten) Markt. Andererseits steuert man die Schiffe in EVE „Third-Person“; auch wenn die Darstellung einem das Gefühl gibt, entsprechend eingreifen zu können, so handelt es sich doch um die „klassische Schaden- / Abwehrmechanik“ anderer Rollenspiele.

Einmal aufgezählt, was EVE so bietet:

  • Marktsystem mit Werkzeugen zur Ermittlung des entsprechenden Durchschnittspreises und Marktvolumens.
  • Aufteilung des Universums in Sicherheitsklassen, grob zu übersetzen mit PVP-Space (Plaver vs. Player) und Non-PVP-Space (PVE, Player vs. Environment).
  • Produktion von (fast) allem Items / Gütern für Spieler möglich.
  • Mining, d.h. Erlangen von Gütern, die für die Produktion benötigt werden.
  • Piraterie, d. h. stehlen von Gütern.
  • „Mißbrauch“ des Marktes, um andere Spieler zu übervorteilen.
  • Forschung, um Produktion effizienter zu gestalten.
  • Bau von eigenen Sternenbasen (welche wieder für Produktion, Forschung oder auch Logistik genutzt werden können).
  • Missionen, die den „Quests“ in Fantasy-MMORPGs entsprechen.
  • Kopfgeldjagd im PVP-Bereich.
  • Die Möglichkeit, vom Spiel nicht unterstützte Geschäftsmodelle in das Spiel zu integrieren, so existiert z. B. eine Lotterie, bei der ca. 90% des eingezahlten Geldes verlost wird.
  • Corporations, die den Gilden anderer MMORPGs entsprechen und die gemeinsam die o. g. Aktivitäten ausführen können
  • Allianzen, d. h. einen Zusammenschluss mehrerer Firmen
  • Gangs, ein kurzfristiger Zusammenschluss mehrerer Spieler um z. B. eine Mission zusammen zum Ende zu führen.

Das alles macht EVE sehr komplex und man kommt nur langsam ins Spiel. Die Möglichkeit, vom Start weg „an den falschen“ zu geraten ist relativ hoch, andererseits gibts auch viele White Hats in der Community.

EVE ist aber sehr „langfristig“ angelegt, was jedoch bedingt, dass die (zumindest die deutschsprachigen) Spieler relativ reif sind und sich Beleidigungen wie man sie aus anderen Spielen kennt in Grenzen halten. Das Skillingsystem ist nahezu nur Zeitbasiert: hat man einen Skill gekauft, muss man diesen „lernen“, was rein Zeitabhängig ist. Das hat seine Vor- und Nachteile.