Wer kontrolliert den Kontrolleur?

FTD.de – Finanzdienstleister – Nachrichten – Moody’s vergab falsche AAA-Noten:

Die Ratingagentur hat nach Informationen der Financial Times komplexe Anleihen im Milliardenvolumen zu hoch bewertet. Obwohl Top-Manager bei Moody’s informiert waren, wurde der Fehler offenbar kaschiert.

(vom 21.05.08)…

Heute: S&P beichtet Modellfehler bei Ratings

Überhöhte Bonitätsraten will die Ratingagentur nicht verteilt haben. Aber ausgerechnet bei hochkomplexen Wertpapieren, die im Zentrum der internationalen Finanzkrise stehen, ist S&P ein Fehler unterlaufen.

Honi soit qui mal y pense…

Der Spiegel und die Staatsquote

Finanzpolitik: Gefühlte Belastung – Wirtschaft – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten:

Ein Jahr vor der Bundestagswahl überbieten sich die Parteien mit Vorschlägen, Steuern und Abgaben zu senken. Die SPD will Geringverdiener entlasten, die Union auch alle anderen Schichten. Doch den meisten Steuerzahlern geht es heute besser als vor zehn Jahren.

Onkel Spiegel erklärt uns die Welt. Wir jammern zu unrecht, alles Unsinn. Aber sehen wir uns das mal an: im Vergleich zu „früher“ haben wir heute:

Updates in kursiv

  • Ökosteuer
  • Alkopopsteuer
  • 2% + 0% = 3%-Punkte MwSt mehr
  • Büchergeld in Schulen
  • Studiengebühren
  • Höhere Energiepreise für Strom und Gas
  • Höhere Zuzahlungen im Gesundheitswesen
  • Höhere Krankenversicherungssätze
  • Höhere Rentenbeiträge
  • Inflation (nicht jeder kauft die Elektronik, die den Warenkorb so stabilisiert)
  • Preise für Reisepässe
  • Preise für Wasserversorgung

Zwischendrin steht im Artikel, dass diejenigen, die ihr „Einkommen verkonsumieren“ (oder, in anderen Worten: kein Geld für Luxus-Schnickschnack haben) relativ gesehen mehr Steuern zahlen müssen, als diejenigen, die ihr Geld anlegen – Kapital first! Gebühren sind halt keine Steuern. Wer Gebühren fördert und Steuern senkt, schönt die Statistiken – man braucht nur noch jemanden, der die Allgemeinplätzchen auch unter das Volk bringt.

Ich für mich selbst rege mich gar nicht über meine Steuerlast auf. Es ist der ganze Betrag der Abzüge, die mich ein bißchen nerven (aber mich nicht umbringen). Und dass Land ein, Land aus davon geredet wird, dass die Lohnnebenkosten gesenkt werden müssen (was einer Lohnsenkung entspricht, weil die Leistungen vom Arbeitgeber auf den Arbeitnehmer verschoben werden).

Ein Autor des Artikels (Christian Reiermann) hat übrigens auch Das Elend der Wirtschaftspolitiker (eine Hommage an die Reformpolitik) und Hedgefonds – die verkannten Segenbringer geschrieben; außerdem findet er den Begriff „Neoliberal“ verkannt.

Die Netbooks kommen

In den letzten Wochen überschlagen sich die Ankündigungen der Hersteller: immer mehr „Netbooks“, d. h. sparsam ausgerüstete Klein(s)tlaptops für Wohnzimmer, für’s Pendeln und für Unterwegs sollen auf den Markt gebracht werden. Aber was sollte so ein Gerät mindestens mitbringen? Was wäre die Topausrüstung unter den Netbooks?

  • CPU: der Asus Eee Pc 701 geriert sich zeitweise etwas schwachbrüstig beim Surfen. Zwar rendert Opera HTML-Seiten schneller, hat aber beim Abspielen von Flash-Filmen und SWFs Nachteile. Die Applikationen laufen jedoch weitestgehend gut.
  • Connectivity: USB und WLAN ist ein Muss. 54MBit WLAN ist völlig ausreichend (sofern eine LAN-Schnittstelle mitgeliefert wird). Mehr als ein USB-Anschluss ist zu wünschen. Bluetooth ist nett, aber nicht unbedingt notwendig. Geradezu bahnbrechend wäre ein integriertes UMTS-Modem.
  • Speicher: 8GB für Filme und Musik als freier Speicher sind zu begrüßen.
  • Bildschirm: In der Höhe mindestens 600 Pixel – viele Dialoge und Programme setzen voraus, dass XXX x 600 Pixel vorhanden sind.
  • System: Windows XP oder Linux. Vorteil bei Linux: Upgradefähigkeit nahezu unbegrenzt. Vorteil bei Windows: die (ungeglätteten) Fonts sehen Pixel für Pixel gut aus.

Bei dem Wald an Produktvorstellungen zeichnet sich noch nicht ab, welches Gerät hier die Nase vorn haben wird, jedoch wird Asus zusammen mit dem Launch des Eee Pc 901 („versprochen“ für Ende Juni) kräftig Konkurrenz bekommen.

Ein Gerät mit integriertem Modem konnte ich jedoch noch nicht ausmachen. Das iPhone, dass hier quasi Konkurrent werden könnte (obgleich Peripherie wie externer Speicher schwer anzuschließen ist), soll dem Vernehmen nach nur noch mit Mobilfunkvertrag verkauft werden – damit ist es wiederrum unattraktiv. Der Spätsommer wird spannend für Gadget-Fans!

Übrigens habe ich selbst mit dem Gedanken gespielt, mich von den Kisten unter dem Schreibtisch (Netzwerkserver für MP3s und AVIs, altersschwacher Desktop) zu trennen und diese durch einen Computer wie den Eee Pc Desktop zu ersetzen. Allerdings würde mich das Entsorgungsproblem ereilen: Für’s verschrotten ist meine Hardware zu schade, für’s Verkaufen zu verfrickelt (eigenbasteleien) und verschenken kann ich es kaum – kein Bedarf im näheren Bekanntenkreis.

Keiner hat’s gedacht…

Telekom-Affäre: Geheimdienste fürchten Datenklau aus dem Ausland – Wirtschaft – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten:

Große Sorge beim Bundesnachrichtendienst und beim Verfassungsschutz: Nach der Spitzelaffäre bei der Telekom fürchten die Geheimdienste, auch ausländische Spione könnten sich sensibles Material bei dem Konzern besorgen.

Seit Jahr und Tag predigen Informatiker und Datenschützer, dass die Vorratsdatenspeicherung keine gute Idee ist, weil Daten, die existieren, auch mißbraucht werden. Aber jetzt plötzlich das große Stirnrunzeln anzufangen…

Oh noez!

Soeben lag im Maileingang, was ich schon seit langem befürchtete: die Basissoftware meines Firmengerätes wird auf die aktuellste Version gehoben, genauso wie die Büro-Suite.

Replika

FTD.de – Bildung – Nachrichten – Gute Noten für Studienkredite:

Studenten gehen sehr umsichtig mit Krediten um. Daher ist das Ausfallrisiko niedrig. Fast alle Banken im aktuellen Studienkredittest des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) bieten faire Konditionen.

Ich würde mal sagen: kein Wunder, dass der CHE Studienkrediten gute Noten gibt, schließlich ist das CHE eine Lobbyorganisation, die sich stark für Studiengebühren und die unternehmerisch geführte Hochschule nach Kräften einsetzt.

Was nicht gesagt wird…

NDR Online – Nachrichten – Wahl Schleswig-Holstein- Kommunalwahlen Schleswig-Holstein 2008:

Die Bürger in Schleswig-Holstein haben über neue Parlamente in rund 1.100 Kommunen, elf Kreisen und vier kreisfreien Städten entschieden. Auch die Landräte zweier Kreise und zahlreiche Bürgermeister standen zur Wahl. Ergebnisse, Meldungen und Hintergründe bei NDR Online.

In den Statistiken fehlt: Nichtwähler und Ungültigwähler. Warum sich auch mit denen beschäftigen, die sagten, dass sie nichts zu sagen haben? Am Ende zählt dann doch Pecunia – und das findet sich nur bei den gültigen Stimmen, und bei den wählenden Stimmen. Jedenfalls erscheint es nicht gerade leicht, tragfähiges Datenmaterial über die Kommunalwahl in Schleswig-Holstein zu erhalten…