Kein Interesse

Offensichtlich hat die gestern vom EU-Parlament beschlossende Verbindungsdatenspeicherung kein größeres Interesse bei den allgemeinen Medien bewirkt; nur das RTL-Nacht Journal (etwas ausführlicher) und die Tagesthemen (als Randnotiz) haben über das Thema berichtet. Auch auf den Newsseiten der Tageszeitungen rutscht das Thema ganz nach unten, als Notiz eingestellt und nicht weiter erörtert. Das ist meiner Meinung nach ein starkes Stück, wenn das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung und das Grundrecht auf Privatssphäre per EU-Beschluß faktisch abgeschafft werden.

Die Beschränkung „auf besonders schwere Straftaten“ (bei Nachfrage von Politikern gerne als „Terrorismus und organisierte Kriminalität“ konkretisiert) bringt nichts, denn im Gesetz wurde sie eben nicht konkretisiert. Weiterhin ist für die Mautbrücken bzw. die Mautdaten ja explizit festgelegt worden, dass diese nicht zur Strafverfolgung herangezogen werden – aber auch dieser Damm ist schon rissig (Freigabe der Daten zur Verfolgung eines gestohlenen LKW, Forderung Schäubles nach einer generellen Speicherung der Daten für die Strafverfolgung).

Deutsche Datenschützer setzen sich dafür ein, dass diese EU-Richtlinie so „rückhaltend wie möglich“ in Deutschland umgesetzt werden solle – sie sollte gar nicht umgesetzt werden! Aber das bleibt wohl nur Wunschdenken, weil die verantwortlichen Minister schon signalisiert haben, dass sie die Richtlinie im Ministerrat eher noch verschärfen wollen.

Die Verabschiedung der Richtlinie geschieht vermutlich im Dezember, dann bleiben 18 Monate für die Umsetzung in Nationales Recht. Die Abschaffung der Privatsphäre und der Unschuldsvermutung geschieht also spätestens im Sommer 2007, sollte bis dahin das BVG das deutsche Gesetz zur Richtlinie nicht kassieren. Die Erfahrung lässt fürchten, dass das BVG das Gesetz zwar kassiert, die Regierung dies aber unverfroren mit kosmetischen Änderungen nahezu unverändert wieder durchwinken wird…

Vollbracht!

Vielen Dank!
Von @.org

Zwei Entscheidungen des heutigen Tages lassen einem sozusagen das Blut in den Adern gefrieren: zum einen ist die Speicherung von Verbindungsdaten auf EU-Ebene beschlossene Sache (und zwar mit einem Zeitraum von 6 bis 24 Monaten), zum anderen darf im Freistaat Bayern nun „auf Verdacht“ ohne richterliche Genehmigung alles abegehört werden (nachträglich wird dann erst sortiert, so wie es aussieht). Als Begründung für die Abschaffung des Rechts auf Privatsphäre muss mal wieder der internationale Terror hinhalten, so dass der Staat sich Mittel an die Hand gibt, von denen ein StaSi-Leiter nur geträumt hätte. Wie hieß es noch in den markigen Reden der Macher vor vier Jahren? Wir werden nicht zulassen, dass eine Handvoll Terroristen unsere Freiheit bedrohen? Nun, offensichtlich haben eben jene Terroristen die mächtigsten Verbündeten gefunden, die ihnen je hätten in die Hände spielen können: die Angstdemagogen, die für alles eine Lösung parat haben.

EU-Parlament beschließt massive Überwachung der Telekommunikation
Wer in einem EU-Land Anrufe tätigt, E-Mails verschickt, im Web surft oder andere Dienste im Internet nutzt, muss in Zukunft davon ausgehen, dass seine elektronischen Spuren zwischen sechs und 24 Monate lang gespeichert werden. Die bei den 450 Millionen EU-Bürgern anfallenden gigantischen Informationshalden dürfen Polizeien und Geheimdienste mit Data-Mining-Techniken auf Verknüpfungen zwischen Kommunikationspartnern hin untersuchen. Damit wird potenziell vollständig rekonstruierbar, wer wann mit wem und wie lange kommuniziert und zum Beispiel auch, wer sich wann im Internet aufgehalten hat. Jeder ist damit künftig verdächtig und potenziell im Fadenkreuz der Sicherheitsbehörden.

heise newsticker

Ausweitung der Telefonüberwachung in Bayern beschlossen
Die bayerische Polizei darf künftig auch ohne Verdacht auf eine konkrete Straftat vorbeugend Telefone und Internetverkehr anzapfen. Die CSU-Mehrheit im bayerischen Landtag beschloss am heutigen Mittwoch die Ausweitung der Telefonüberwachung im Freistaat. Damit will die Staatsregierung die Polizei im Kampf gegen Terror und organisierte Kriminalität schlagkräftiger machen. SPD und Grüne warnten bei der Verabschiedung des Gesetzes vor einer Aushöhlung der Bürgerrechte.

heise newsticker

Zivilisten erschrecken

Vor kurzem wurde ein weiteres Video bekannt, das wiederum für Unruhe sorgt. Es soll angeblich von Mitarbeitern der britischen Söldner- oder Sicherheitsfirma Aegis Defence Services gemacht worden sein. Die Firma hat, wie der Telegraph berichtete, erst vor kurzem vom Pentagon einen Auftrag in Höhe von 320 Millionen Euro erhalten. Veröffentlicht wurde es auf der Website www.aegisIraq.co.uk, auf der man auch versicherte, dass dies keine offizielle Seiete von Aegis Defence sei.

In einem der Videos, die mittlerweile von der Webseite entfernt wurden, wurde mit der Unterlegung von Elvis Presleys Song „Train I Ride“ gezeigt, wie Mitfahrer eines Wagens auf andere Autos schossen, die hinter diesen herfuhren. Die Schüsse erfolgten offensichtlich ohne Anlass, möglicherweise einzig aus der Lust heraus, im Irak die Freiheit zum Herumballern zu haben – und tatsächlich wäre es denn auch nicht verwunderlich, wenn die Menschen, die zum Freiwild der gut bezahlten und kaum kontrollierten Söldner werden, Wut entwickeln.

telepolis

Nicht wirklich gefragt…

Dass Rice nicht nur auf der Straße, sondern auch auf dem politischen Parkett trotzdem nur mit moderater Kritik rechnen konnte, hat mehrere Gründe. Das Hauptmotiv ist offensichtlich. Anders als manche Pressemeldungen der letzten Woche in deutschen Medien suggerieren, kann die deutsche Politik bei diesem Thema nicht einfach mit anklagenden Fingern auf die US-Regierung zeigen. Da weisen immer auch mindestens vier Finger in die eigene Richtung.

telepolis
Also, wenn ich mich nicht irre, ist die Geschichte mit den „Geheimgefängnissen“ sowieso ein alter Hut. Warum das gerade jetzt so aufgebauscht wird? Man weiß es nicht.

Arbeiterstudium

Bemerkbar machen sich soziale Unterschiede des weiteren in der Auswahl des Studienfaches. Abiturienten aus gebildeten Familien wählen oft Disziplinen wie Medizin, Musik, Rechtswissenschaften, Volkswirtschaftslehre, Geographie, Pharmazie, Romanistik und Psychologie, während sich Studienanfänger aus den unteren Schichten eher für Sozialpädagogik, Ingenieurwissenschaften oder Landschaftspflege entscheiden. Dies erklärt sich laut Sozialerhebung unter anderem mit gruppenspezifischen Bildungs- und Berufsinteressen, aber auch aus einem Kosten-Nutzen-Kalkül in Hinblick auf die Verdienstchancen.

faz.net

Fachkräftemangel, mal wieder

High-Tech-Unternehmen beklagen sich über mangelnden Nachwuchs in Deutschland. „Der IT-Branche fehlen pro Jahr mehrere tausend qualifizierte Hochschulabsolventen“, sagte Jürgen Gallmann, Chef von Microsoft Deutschland und Vorstand der Initiative D21, der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

heise newsticker
Alle Jahre wieder beklagt man sich über Fachkräftemangel, während auf den Fluren der Arbeitsagenturen zuhauf Fachkräfte sitzen. Ziel dieses Klagens ist es eher, die Preise zu drücken und die Leute auf die selbst eingesetzten Produkte geschult zu bekommen…

Fachkräftemangel, mal wieder

High-Tech-Unternehmen beklagen sich über mangelnden Nachwuchs in Deutschland. „Der IT-Branche fehlen pro Jahr mehrere tausend qualifizierte Hochschulabsolventen“, sagte Jürgen Gallmann, Chef von Microsoft Deutschland und Vorstand der Initiative D21, der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

heise newsticker
Alle Jahre wieder beklagt man sich über Fachkräftemangel, während auf den Fluren der Arbeitsagenturen zuhauf Fachkräfte sitzen. Ziel dieses Klagens ist es eher, die Preise zu drücken und die Leute auf die selbst eingesetzten Produkte geschult zu bekommen…

Semantic Web

Letztlich haben wir doch gesehen, dass pur HTML schon zu kompliziert/aufwaendig ist. Wiki’s, CMS Systeme und Blogs boomen nur so und gerade die zeigen m.E. sehr gut warum Du das Semantic Web vergessen kannst.

heise forum
Recht hat er – wenn semantic web sich auf Produktinformationsseiten beschränkt, dann ist der Nutzen meines Erachtens nach gering.

Bücherwürmer lernen besser

Die unrühmliche Rolle, die das deutsche Bildungssystem bei einer Vielzahl internationaler Vergleichstest gespielt hat, hängt mit ganz unterschiedlichen Faktoren zusammen. Der familiäre Hintergrund erweist sich jedoch in allen Fällen als wichtige Konstante. Die Situation im Elternhaus beeinflusst den Bildungsweg und das Leistungsvermögen der Kinder, indem dort frühzeitig spielerische Lernformen erprobt, später Hausaufgaben betreut und schließlich zentrale Themen kontrovers diskutiert werden – oder eben nicht.

telepolis
Die berechtigte Schlußfolgerung aus der Studie, meines Erachtens nach: wenn „sozial schwache“ Eltern sich mehr mit ihren Kindern beschäftigen würden (könnten?), dann wäre die Korrelation von Bildungschance und sozialem Status der Familie nicht so hoch.

Bücherwürmer lernen besser

Die unrühmliche Rolle, die das deutsche Bildungssystem bei einer Vielzahl internationaler Vergleichstest gespielt hat, hängt mit ganz unterschiedlichen Faktoren zusammen. Der familiäre Hintergrund erweist sich jedoch in allen Fällen als wichtige Konstante. Die Situation im Elternhaus beeinflusst den Bildungsweg und das Leistungsvermögen der Kinder, indem dort frühzeitig spielerische Lernformen erprobt, später Hausaufgaben betreut und schließlich zentrale Themen kontrovers diskutiert werden – oder eben nicht.

telepolis
Die berechtigte Schlußfolgerung aus der Studie, meines Erachtens nach: wenn „sozial schwache“ Eltern sich mehr mit ihren Kindern beschäftigen würden (könnten?), dann wäre die Korrelation von Bildungschance und sozialem Status der Familie nicht so hoch.