del.icio.us bookmarks für den 6. August bis 3. September

Meine Links am 6. August bis 3. September:

Durchleutet

heise online – Wissenschaftler wehren sich gegen Homeland-Security-Bespitzelung:

Denn bei JPL soll jetzt die Präsidenten-Direktive HSPD-12 umgesetzt werden. Außer der Abgabe von Fingerabdrücken, die im Rahmen der Einführung eines biometrischen Zugangs- und Kontrollsystems auf RFID-Chipkarten gespeichert werden sollen, müssen die Mitarbeiter bis zum 28. September Schriftstücke unterzeichnen, mit denen sie Ermittlungsbeamten Freibriefe zum Schnüffeln bis in die letzte Ecke des Privatlebens ausstellen. Von den Mitarbeitern zu benennende Freunde und Bekannte würden dann etwa befragt, wann der Überprüfte zuletzt Sex hatte, welche Form er dabei bevorzuge, ob er sich Geld leihe, wie man seine psychische Verfassung beurteile.

Mal wieder: ohne Worte.

Der Aufschrei

TP: Ausländerjagd in Deutschland:

Da ist sie also wieder, die Forderung nach einem Verbot der neofaschistischen NPD. Der Vorschlag des SPD-Vorsitzenden Kurt Beck dürfte nur aus einem Grund derart angeregt debattiert werden: Weil er die übrigen Vorschläge aus den Reihen der sogenannten Volksparteien an Dilettantismus und Realitätsferne bei weitem übertrifft. Und das will etwas heißen, in Zeiten, in denen der Kampf gegen neofaschistische Gewalt zum PR-Thema für absteigende Volksvertreter geworden ist.

und weiter:

Alle diese mehr oder weniger belustigenden Vorschläge eint eine Sache: Sie gehen auf die Ursachen des Rechtsradikalismus nicht ein. Wenn Broder die Ostdeutschen unterschwellig als geborene Nazis darstellt, weil in den neuen Bundesländern – statistisch belegt – eine Häufung rechter Gewalt zu verzeichnen ist, missachtet er die sozialen Ursachen. Nicht ohne Grund verzeichnet die neofaschistische NPD gerade in den Gegenden die größten Erfolge, in denen der weitreichendste soziale Kahlschlag stattgefunden hat. Und das war nach 1989 nun einmal vor allem in Ostdeutschland.

Ursachenbekämpfung in der Symptombehandlungsrepublik? Get a life!

Googleterrorist

heise online – Durch Google-Suche in die Einzelhaft    :

Vor drei Wochen wurde der Berliner Stadtsoziologe Andrej H. unter dem Verdacht der „Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung gemäß § 129a“ festgenommen. Als Grund für die Festnahme nannte die ermittelnde Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe die Benutzung von Vokabeln, die auch in Schriften der sogenannten „Militanten Gruppe“ vorkommen. Außerdem verfügte er nach Angaben der Ermittler „über Zugang zu Bibliotheken, um dort die Recherchen durchzuführen, die notwendig sind, um Texte für eine militante Gruppe zu verfassen.“

Weiter geht der Text mit der Erklärung, dass die Beamten durch eine Googlesuche auf Andrej H. aufmerksam geworden sind. Wenn jetzt also schon die Nutzung von Fachbegriffen eine Untersuchung und Verhaftung nach den Terrorparagraphen rechtfertig, sollte ich vielleicht anfangen, volkstümlicher zu reden. Vielleicht ist ja das Vokabular vom Prügeln in Mügeln unverdächtiger?

Börsentipps

» Börsenguru Markus Frick: Staatsanwaltschaft ermittelt wegen strafbarer Marktmanipulationen

Dies war aber nicht sein einziger Ausrutscher. Innerhalb von wenigen Tagen sind im Juni 2007 mehrere von Markus Frick als Gewinnbringer prophezeite Aktien um mindestens 80 Prozent im Kurs gefallen. Insgesamt sollen die Anleger mit den Tipps von Markus Frick einen dreistelligen Millionenbetrag verloren haben, so vorsichtige Schätzungen von Experten.

Abgesehen davon, dass es tatsächlich interessant ist, ob hier krumme Machenschaften vorliegen (ein Fall von 80% in mehreren Fällen ist auf jeden Fall verdächtig), frage ich mich: Was für ein Publikum verfolgt N24 Börsenguru-Sendungen und setzt die darin gebotenen Börsentipps um? Für den Börsenbrief, kommt er nun per Post, Mail oder über den Äther ins Haus sollte gelten: hat der Präsentierende wirklich ‚Ahnung‘ oder ein ‚gutes Händchen‘, so kann er sein Auskommen damit verdienen, dass er seine Tipps selbst in die Tat umsetzt. Gerade, wenn Underdogs und No-Namer empfohlen werden, sollte man davon ausgehen, dass der Empfehlende versucht, die Kursschwankungen die sich aus solcherlei Empfehlungen ergeben, auszunutzen (bekannt aus der eMailbox – Pennystocks, die ein „kurzfristiges Kursziel von +400% haben).
Auch, wenn es Arrogant scheinen mag: wer bei 9live an Gewinnspielen teilnimmt, hat an der Börse erst Recht nichts verloren. Liebe Leser, tut mir den Gefallen, und bleibt der Börse fern.
Nicht, dass ich an 9live Gewinnspielen teilnehme – aber mir persönlich ist das Parkett übrigens auch zu heiß; gerade in Zeiten, wo noch nicht abzusehen ist, ob sie die Subprime-Krise auf Deutschland auswirken wird.

Börsentipps

» Börsenguru Markus Frick: Staatsanwaltschaft ermittelt wegen strafbarer Marktmanipulationen

Dies war aber nicht sein einziger Ausrutscher. Innerhalb von wenigen Tagen sind im Juni 2007 mehrere von Markus Frick als Gewinnbringer prophezeite Aktien um mindestens 80 Prozent im Kurs gefallen. Insgesamt sollen die Anleger mit den Tipps von Markus Frick einen dreistelligen Millionenbetrag verloren haben, so vorsichtige Schätzungen von Experten.

Abgesehen davon, dass es tatsächlich interessant ist, ob hier krumme Machenschaften vorliegen (ein Fall von 80% in mehreren Fällen ist auf jeden Fall verdächtig), frage ich mich: Was für ein Publikum verfolgt N24 Börsenguru-Sendungen und setzt die darin gebotenen Börsentipps um? Für den Börsenbrief, kommt er nun per Post, Mail oder über den Äther ins Haus sollte gelten: hat der Präsentierende wirklich ‚Ahnung‘ oder ein ‚gutes Händchen‘, so kann er sein Auskommen damit verdienen, dass er seine Tipps selbst in die Tat umsetzt. Gerade, wenn Underdogs und No-Namer empfohlen werden, sollte man davon ausgehen, dass der Empfehlende versucht, die Kursschwankungen die sich aus solcherlei Empfehlungen ergeben, auszunutzen (bekannt aus der eMailbox – Pennystocks, die ein „kurzfristiges Kursziel von +400% haben).
Auch, wenn es Arrogant scheinen mag: wer bei 9live an Gewinnspielen teilnimmt, hat an der Börse erst Recht nichts verloren. Liebe Leser, tut mir den Gefallen, und bleibt der Börse fern.
Nicht, dass ich an 9live Gewinnspielen teilnehme – aber mir persönlich ist das Parkett übrigens auch zu heiß; gerade in Zeiten, wo noch nicht abzusehen ist, ob sie die Subprime-Krise auf Deutschland auswirken wird.

Kollege Computer

TP: Profitrate der Unternehmen wird hoch bleiben:

Die BIZ-Autorinnen stellen hingegen fest, dass der überproportionale Anstieg der Unternehmensgewinne strukturelle Ursachen haben müsse. Sie testeten daher die von Ökonomen derzeit angebotenen Erklärungsmodelle anhand der weltweit vorhandenen statistischen Daten und kommen zu dem Schluss, dass der „strukturelle“ Grund dafür am ehesten im beschleunigten technischen Fortschritt zu finden sei. Genau genommen liege der Grund im verstärkten Einsatz IT-basierte Technologien, die rascher abgeschrieben und ersetzt werden müsse, als die bisher üblichen Kapitalgüter. Zwar würde die historische Erfahrung zeigen, dass steigende Gewinne, die aus steigender Arbeitsproduktivität entstehen, nur vorübergehend abfallen und durch sinkende Preise rasch wieder ausgeglichen würden. Mit der rascheren Veralterung der Produktionsmittel sei jedoch eine Schwächung der Verhandlungsmacht der Arbeiter verbunden, so dass sich die Kapitalbesitzer einen höheren Anteil am Volkseinkommen aneignen könnten.

Ist letztendlich Kollege Computer daran schuld, das so mancher Arbeitnehmner lohntechnisch auf der Stelle tritt?

Globalisierung: Wirtschaft ja, Kunden nein

heise online – Bürgerrechtler warnen vor Kriminalisierung von Parallelimporten:

Vertreter der Bürgerrechtsorganisationen Electronic Frontier Foundation (EFF) und des Fördervereins für eine Freie Infrastruktur e.V. (FFII) schlagen Alarm, die konsolidierte Fassung der geplanten neuen Richtlinie zur strafrechtlichen Durchsetzung geistiger Eigentumsrechte (IPRED2) kriminalisiere nicht genehmigte Parallelimporte. Mit einer im April vom Europa-Parlament verabschiedeten Änderung waren Parallelimporte ursprünglich aus der Direktive herausgenommen worden. Doch in der vom juristischen Sprachdienst vorgelegten, bereinigten Fassung, taucht diese Änderung nicht mehr auf. Der Wille des Parlaments werde damit übergangen, warnt FFII in einer ausführlichen Analyse.

Nachdem man also schon in den Hochsicherheitstrakt für das Herunterladen von DVDs gebracht werden soll (jedenfalls nach der Idee der Kinowerbespots gegen „Piraterie“) kommt jetzt die Strafbarkeit der aus dem Urlaub mitgebrachten DVD oder des bei amazon.com gekauften Original-Kleinods. Isch resch mi uff!