Das Imperium schlägt zurück

heise online – Blogs und Online-Foren: Die neue Sachlickeit der Tagespresse:

Erst kam eine Verbalattacke der Süddeutschen Zeitung auf die Blogger- und Forenszene und die Einführung von Öffnungszeiten im digitalen Raum – was zu heftigen Protesten der Leser und Forennutzer von sueddeutsche.de führte. Nun fühlt sich auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung dazu berufen, die kommentierenden Amateure in ihre Schranken zu weisen.

Nun, ich will nicht behaupten, dass meine Kommentierungen von lesenswerten Artikeln irgendwelchen journalistischen oder hochintellektuellen Anspruch hätten. Aber im Gegenzug das „Mitmach-Web“ mirnichtsdirnichts als Sammlung des minderbemittelten Tastaturproletariats zu bezeichnen und sich selbst auf den Elfenbeinturm der Qualität zu hiefen – das klappt so nicht. Ich wünsche den Publikationen viel Spaß bei ihrem Feldzug gegen die Onliner. Vielleicht könnte sich herausstellen, das viele, die man vermeintlich als Webproleten verumglimpft doch (nun ehemalige) Leser waren.

Stellvertreterdiskussion

TP: Managerschelte kommt in Mode:

Die Managerschelte ist der Versuch, diese Kritik aufzunehmen, bevor eine grundsätzliche Debatte Zweifel an der Zukunft der Marktwirtschaft schüren könnte. Ähnlich wie vor 3 Jahren Franz Müntefering von ausländischen Heuschrecken sprach, die deutsche Unternehmen abgrasen, als seine Partei wegen der Hartz-Proteste unter Druck geriet, so dient auch die Kritik an den unfähigen Managern als Blitzableiter für soziale Unzufriedenheit. Hier wird an ein in weiten Teilen der Bevölkerung vorhandenes Gerechtigkeitsempfinden angeknüpft, nach dem sich die Höhe der Einkünfte nach der Leistung bemessen sollte.

Ich sehe das ähnlich. Auch wenn ich den „goldenen Handschlag“ für gescheiterte Unternehmenslenker aus ungerecht empfinde, muss man sich fragen, warum gerade die CDU diese Thematik jetzt auf den Tisch bringt.

Schlachter im Bäckerladen

heise online – Ein „Bundes-CIO“ solls tatsächlich (fast) werden …:

Hans Bernhard Beus, Staatssekretär im Bundesinnenministerium, wird laut Medienberichten oberster Beauftragter der Bundesregierung für Informationstechnik. Das werde Bundekanzlerin Angela Merkel heute auf dem zweiten IT-Gipfel in Hannover bekannt geben, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Der Jurist werde einem Gremium mit Finanzstaatssekretär Werner Gatzer und Kanzleramtschef Thomas de Maizière vorsitzen. Es soll hauptsächlich koordinieren, die meisten wichtigen Entscheidungen würden aber im neuen Rat der IT-Beauftragten getroffen werden, in dem Vertreter aus allen Ministerien sitzen. Nur wenn diese sich nicht einigen können, könne der „Chief Information Officer“ (CIO) der Bundesregierung eingreifen und eine Empfehlung abgeben.

Nachdem die Branchenverbände offensichtlich genügend „Argumente“ geliefert haben, dass sich unsere Regierung einen IT-freundlichen Anstrich verpasst, hat man also jetzt einen CIO (englisch, bitte) eingesetzt. Nun, was ist der Herr? Der Leser darf raten:

  1. Promovierter Ingenieur (mit Jurastudium)
  2. Elektrotechniker mit späterer IT-Laufbahn, später Juristenkarriere
  3. Jurist mit Beamtenlaufbahn ohne IT-Ausbildung

Schlachter im Bäckerladen

heise online – Ein „Bundes-CIO“ solls tatsächlich (fast) werden …:

Hans Bernhard Beus, Staatssekretär im Bundesinnenministerium, wird laut Medienberichten oberster Beauftragter der Bundesregierung für Informationstechnik. Das werde Bundekanzlerin Angela Merkel heute auf dem zweiten IT-Gipfel in Hannover bekannt geben, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Der Jurist werde einem Gremium mit Finanzstaatssekretär Werner Gatzer und Kanzleramtschef Thomas de Maizière vorsitzen. Es soll hauptsächlich koordinieren, die meisten wichtigen Entscheidungen würden aber im neuen Rat der IT-Beauftragten getroffen werden, in dem Vertreter aus allen Ministerien sitzen. Nur wenn diese sich nicht einigen können, könne der „Chief Information Officer“ (CIO) der Bundesregierung eingreifen und eine Empfehlung abgeben.

Nachdem die Branchenverbände offensichtlich genügend „Argumente“ geliefert haben, dass sich unsere Regierung einen IT-freundlichen Anstrich verpasst, hat man also jetzt einen CIO (englisch, bitte) eingesetzt. Nun, was ist der Herr? Der Leser darf raten:

  1. Promovierter Ingenieur (mit Jurastudium)
  2. Elektrotechniker mit späterer IT-Laufbahn, später Juristenkarriere
  3. Jurist mit Beamtenlaufbahn ohne IT-Ausbildung

Zahlen und Fakten

Hedge Fonds, Joachim Jahnke:

Kein Wort auch über die Operationen aus Steueroasen in der Karibik. Das britische Finanzministerium hat jetzt offen eingeräumt, daß es zwar Hedge Funds, deren Manager das Geschäft aus London betreiben, besteuern könnte, dies aber nie getan hat. Tatsächlich managen 950 Hedge Fund Manager aus London fast 80 % der europäischen Anlagen von Hedge Funds, während die Funds selbst in exotischen Plätzen niedergelassen sind. Man muß sich einmal vorstellen: Die kleinen Sparer tragen ihr Geld überwiegend zu Banken und Sparkassen und der schmale Zins inkorporiert natürlich die Gewinnsteuern, die die Geldinstitute entrichten müssen. Keiner dieser Sparer käme jeh selbst an einen Hedge Fund heran. Die reichen Anlieger jedoch legen sehr viel ihrer Mittel (neben Pensions Funds) in Hedge Funds an und die Gewinne dieser Funds unterliegen keiner Besteuerung. Der britische (und andere?) Finanzminister spielt also aus Angst auch das Management der Funds an die Karibik zu verlieren selbst Karibik.

Hedgefondskritik mit Zahlen und Fakten.

Polizisten gegen Polizeigewalt

TP: Polizisten gegen Polizeigewalt:

Die Bundesregierung, so Demba, werde seit Jahren von UNO und Europa Rat aufgefordert, endlich unabhängige Stellen einzurichten, um Vorwürfe wegen ungerechtfertigte Polizeigewalt zu untersuchen.

Trotzdem kommt wenig Bewegung in die Sache. Der Staat hat schließlich immer Recht…

Auf der anderen Seite: Leider hat sich meines Erachtens nach schon überall auf der Welt eine“Fightclub“-Szene etabliert – Opfer sind legitime Teilnehmer von Demos, Sportveranstaltungen und echte Polizisten.

Kommentarfunktion

Das LG Hamburg hat mal wieder bewiesen, wie es zum Internet und seinen Communities steht:
heise online – Urteil: Blogger soll Leserkommentare vorab kontrollieren:

Die unstrittig rechtswidrige Äußerung hatte ein Unbekannter am 12. August 2007 um 3.37 Uhr als Kommentar unter einen Blog-Beitrag gesetzt, Niggemeier hatte sie selbst entdeckt und bereits um 11.06 Uhr desselben Tages entfernt. Dies genügte dem in der Äußerung angegriffenen Unternehmen Callactive allerdings nicht: Es erwirkte eine einstweilige Verfügung, die es Niggemeier untersagt, die Äußerung auch nur eine weitere Sekunde zu veröffentlichen.

Im Großen und Ganzen kann man die Urteile des LG Hamburg eigentlich wie folgt zusammenfassen: Jeder hat das recht auf freie Meinungsäußerung – solange er diese in einem schalldichten Raum ohne Anwesende äußert.

JBK revisited

Politblog.net » Der „Kerner-Skandal“ hat ein Nachspiel:

Die Sendung öffnete vielen die Augen und gab Anstoß zum Widerstand. Gegen die Einschränkung der Meinungs- und Redefreiheit haben sich mittlerweile Initiativen zusammengeschlossen. Eine dieser Gruppen, die “Interessengemeinschaft gegen Medienmanipulation” stellt dabei fest, dass “zunehmend wirtschaftliche und politische Interessen die freie Informationsbeschaffung und objektive Berichterstattung unterdrücken und manipulieren”. Das wollen sie – unabhängig vom Beispiel der Sendung mit Eva Herman – grundsätzlich nicht länger hinnehmen.

Hintergrundinformationen zum (noch nicht?) vergessenen „Herman“-Skandal. Dazu auch eine kleine Lektüre, wie Spiegel, Kerner und Bild gemeinsame Interessen verfolgen könnten.

Wie einfache Sachen in echte Arbeit ausufern

Eigentlich wollte ich meinem Opa ja nur einen Gefallen tun: ein altersschwacher AMD K400 mit 128 MB RAM soll auf einen neuen Rechner umziehen. Mit Linux, die beiden alten Betriebssysteme (DOS 6.0 und Windows 2000) auf den neuen Rechner in eine Virtuelle Maschine verpackt.

Der unbedarfte ITler würde jetzt meinen: Festplatten-Image ziehen, kopieren, fertig. Tja, bei weitem nicht so einfach.

Bisher angewendete Software:

2 b continued…

Apropos Frisör

Apropos Terrorverdacht: erinnert sich noch jemand an die Clowns mit den Tonnen von Wasserstoffperoxyd, die angeblich in Deutschland Angst und Schrecken verbreiten wollten, und hochgenommen worden sind, weil sie sich verhalten haben wie der Elefant im Porzellanladen? Nun, diese Jungs wurden von Bundesverfassungsschutz der „Islamischen Jihad Union“ zugerecht. Leider gibt’s da ein Problem: der Verdacht von Bloggern und unabhängigen Journalisten erhärtet sich, dass es den Verein in Wirklichkeit gar nicht gibt:
Monitor:

Benno Köpfer, Verfassungsschutz Baden-Württemberg: „Die Islamische Jihad Union, so wie sie sich uns darstellt, ist erst mal eine Erfindung im Internet und hat nur eine Präsenz im Internet.“

Ups! Naja, es reicht ja, irgendwas mit „Islam“ und „Jihad“ zu faseln, um unseren Herrn GröSpaZ („Größter Sicherheitspolitiker aller Zeiten“) ’ne Steilvorlage zu legen.